Kognitive Disposition
Ambiguitätsintoleranz
Unsicherheit und Mehrdeutigkeit werden schlecht ausgehalten; einfache Gewissheiten erscheinen attraktiver.
Auf einen Blick
- Einordnung: Kognitive Disposition im Bereich Kognitive und affektive Verzerrungen.
- Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
- Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
- Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an False Urgency / Künstliche Dringlichkeit, Moralische Panik, Wirkungskompetenz.
Definition
Was der Begriff zusätzlich aussagt
Ambiguitätsintoleranz beschreibt die Neigung, uneindeutige Situationen als belastend zu erleben und schnelle, klare, oft vereinfachende Antworten zu bevorzugen. In Krisen kann sie autoritäre, populistische oder schematische Lösungen anschlussfähiger machen.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
In der Wirkungsökonomie beschreibt der Begriff ein Wirkungspotenzial bzw. Wirkungsrisiko: Er zeigt, wie Wahrnehmung, Emotion, Erinnerung oder Entscheidung die Bewertung von Wirkung verzerren können. Relevant ist er besonders für Wirkungskompetenz, Wirkungsanalyse, Wirkungsrückkopplung und SDG+.
Verwendung
Verwendung
zur Analyse von Entscheidungs-, Wahrnehmungs- und Bewertungsmustern in Politik, Medien, Verwaltung, Unternehmen und Alltag. Nicht als Diagnose einzelner Personen verwenden.
Abgrenzung
Abgrenzung
- Nicht verwechseln mit berechtigtem Wunsch nach Klarheit. Gute Kommunikation reduziert unnötige Unklarheit, ohne Komplexität zu verfälschen.
Vertiefung
Vertiefte Begriffsstruktur
Auf einen Blick
- Beschreibt eine Wahrnehmungs-, Erinnerungs-, Entscheidungs- oder Bewertungsverzerrung.
- Relevant, weil Wirkung häufig über Aufmerksamkeit, Emotion, Risiko- und Nutzenbewertung vermittelt wird.
- Hilft, Wirkungsblindheit, Fehlentscheidungen und verzerrte Resonanzräume sichtbar zu machen.
- Nicht als Diagnose einzelner Personen verwenden, sondern als Muster in Entscheidungen, Kommunikation oder Organisationen.
Beispiele
- Komplexe Klimapolitik wird als „alles Betrug“ oder „alles Verbot“ verkürzt.
- Ein unsicherer Transformationsprozess wird als Beweis politischer Unfähigkeit gelesen.
Mess- und Steuerungsbezug
qualitative Wirkungsanalyse, Diskursanalyse, Befragungen, Experimente, A/B-Tests, Risikoindikatoren, Transparenz- und Korrekturmechanismen. Bei Sprache und Medien nur als plausibler Wirkpfad, nicht als automatischer Wirkungsnachweis.
Quellenbasis
Quellenbasis dieser Ergänzung: BUD, WÖK-BL.
Verknüpfungen