Korrekturasymmetrie
Bullshit-Asymmetrie / Brandolinis Gesetz
Das Widerlegen falscher Behauptungen braucht deutlich mehr Aufwand als ihre Produktion.
Auf einen Blick
- Das Widerlegen falscher Behauptungen braucht deutlich mehr Aufwand als ihre Produktion.
- Der Begriff gehört zum Bereich Diskurs-, Medien- und Verschiebungseffekte und dient der präzisen Wirkungsprüfung.
- Wirkungsökonomisch fragt „Bullshit-Asymmetrie / Brandolinis Gesetz“ nach Zustandsveränderung, Bilanzgrenze, Datenqualität und Rückkopplung.
- Er darf nicht als isoliertes Etikett genutzt werden, sondern braucht Bezug zu Mensch, Planet und Demokratie. Er ist besonders anschlussfähig an Gish-Galopp, Firehose of Falsehood, Faktencheck.
Definition
Was bedeutet der Begriff?
Die Bullshit-Asymmetrie ist für Wirkungsarchitektur relevant, weil Faktencheck allein strukturell überlastet sein kann. Demokratische Resilienz braucht daher Prävention, Quellenklarheit, Moderation und Reichweitenverantwortung.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
In der Wirkungsökonomie gehört der Begriff zum SDG+-Feld Medienqualität, Diskursfähigkeit, Rechtsstaatlichkeit, institutionelles Vertrauen und demokratische Resilienz. Er beschreibt meist Wirkungspotenziale, Resonanzräume und Wirkungsrisiken, nicht zwingend bereits eingetretene Wirkung.
Verwendung
Verwendung
zur Analyse öffentlicher Kommunikation, Plattformlogiken, Debattenformaten, politischer Sprache, Desinformation und Normalisierung. Der Begriff beschreibt Muster, nicht automatisch Absichten.
Abgrenzung
Abgrenzung
- Nicht verwechseln mit intellektueller Schwierigkeit. Es geht um asymmetrische Kosten von Behauptung und Korrektur.
Vertiefung
Vertiefte Begriffsstruktur
Auf einen Blick
- Beschreibt ein Muster öffentlicher Kommunikation, das Aufmerksamkeit, Deutung, Vertrauen oder Diskursfähigkeit verschieben kann.
- SDG+-relevant, weil demokratische Öffentlichkeit, Medienqualität, Rechtsstaatlichkeit und institutionelles Vertrauen davon betroffen sein können.
- Meist als Wirkungspotenzial oder Wirkungsrisiko zu lesen, nicht automatisch als empirisch nachgewiesene Wirkung.
- Nicht zur Unterstellung von Absichten verwenden; Muster, Datenlage und Wirkpfad getrennt prüfen.
Beispiele
- Ein falscher Screenshot wird millionenfach geteilt; die Korrektur erreicht nur wenige.
- Eine Talkshow lässt zahlreiche falsche Behauptungen stehen, die später aufwendig geprüft werden müssen.
Mess- und Steuerungsbezug
Faktencheck, Wirkungsanalyse, Resonanzraum- und Framinganalyse, Netzwerk- und Plattformmonitoring, Quellenklarheit, Moderationsstandards, algorithmische Transparenz und Wirkungsrückkopplung in Medienregeln.
Quellenbasis
Quellenbasis dieser Ergänzung: BRA, WÖK-SM.
Verknüpfungen