Anschlussbegriff

Dissonanzrationalisierung

Dissonanzrationalisierung bezeichnet die rechtfertigende Umdeutung eines Widerspruchs zwischen Selbstbild und sichtbarer Wirkung.

Anschlussbegriff

Auf einen Blick

  • Einordnung: Anschlussbegriff im Bereich Glossar-Erweiterung.
  • Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
  • Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
  • Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an Wirkungsabwehr, Kognitive Dissonanz, Dissonanzreduktion.

Wirkungsökonomie

Einordnung in der Wirkungsökonomie

Dissonanzrationalisierung ist der präzise Unterbegriff zur Wirkungsabwehr. Ein Wirkungsfakt trifft auf Selbstbild, Status, Zugehörigkeit oder Geschäftsmodell; die entstehende Spannung wird nicht durch Verhaltensänderung gelöst, sondern durch Verharmlosung, Vergleichsabwehr, Verantwortungsverschiebung, Fortschrittsflucht, moralische Lizenzierung, Komplexitätsflucht, Identitätsabwehr oder Methodenflucht.

Verwendung

Verwendung

„Dissonanzrationalisierung“ wird verwendet, um Aussagen, Daten, Werkzeuge oder Entscheidungen im Bereich Glossar-Erweiterung präzise zuzuordnen.

Als Anschlussbegriff macht der Begriff sichtbar, welche Frage geprüft werden muss; er ersetzt weder Belege noch eine Bewertung der tatsächlichen Wirkung.

Abgrenzung

Abgrenzung

  • Dissonanzrationalisierung ist keine legitime Methodenkritik. Methodenkritik verbessert Datenqualität und Wirkungsbewertung. Dissonanzrationalisierung schützt die bisherige Deutung, obwohl der Wirkpfad oder das Wirkungsrisiko sichtbar wird.

Mess- und Steuerungsbezug

Wie daraus eine prüfbare Wirkungsfrage wird

Prüfbar wird „Dissonanzrationalisierung“, wenn klar ist, welcher Zustand betrachtet wird, welche Quelle herangezogen wird, welche Bilanzgrenze gilt und welche Veränderung tatsächlich gemeint ist.

Für die Steuerung zählen deshalb nicht nur Definitionen, sondern Datenqualität, Vergleichsmaßstab, Zeitbezug, Nebenfolgen und die Rückkopplung in Entscheidung, Preis, Regel, Kapital, Kommunikation oder Verhalten.

Quellen und Einordnung

Kategorie: Glossar-Erweiterung

Quellenstatus: Die Quellenverweise führen auf Detailseiten des Quellenarchivs; WÖk-Primärquellen dokumentieren Modellbegriffe und ersetzen keine externe Evidenz für empirische oder rechtliche Aussagen.