Attributionsverzerrung
Fundamentaler Attributionsfehler
Verhalten anderer wird zu stark ihrer Persönlichkeit zugeschrieben und zu wenig dem Kontext.
Auf einen Blick
- Verhalten anderer wird zu stark ihrer Persönlichkeit zugeschrieben und zu wenig dem Kontext.
- Der Begriff gehört zum Bereich Kognitive und affektive Verzerrungen und dient der präzisen Wirkungsprüfung.
- Wirkungsökonomisch fragt „Fundamentaler Attributionsfehler“ nach Zustandsveränderung, Bilanzgrenze, Datenqualität und Rückkopplung.
- Er darf nicht als isoliertes Etikett genutzt werden, sondern braucht Bezug zu Mensch, Planet und Demokratie. Er ist besonders anschlussfähig an Sündenbockmechanismus, Resonanzraum, Wirkungsblindheit.
Definition
Was bedeutet der Begriff?
Der fundamentale Attributionsfehler führt dazu, dass soziale, ökonomische, psychologische oder institutionelle Bedingungen unsichtbar werden. Für SDG+ ist das relevant, weil politische Debatten dadurch von Strukturanalyse zu Schuldzuschreibung kippen können.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
In der Wirkungsökonomie beschreibt der Begriff ein Wirkungspotenzial bzw. Wirkungsrisiko: Er zeigt, wie Wahrnehmung, Emotion, Erinnerung oder Entscheidung die Bewertung von Wirkung verzerren können. Relevant ist er besonders für Wirkungskompetenz, Wirkungsanalyse, Wirkungsrückkopplung und SDG+.
Verwendung
Verwendung
zur Analyse von Entscheidungs-, Wahrnehmungs- und Bewertungsmustern in Politik, Medien, Verwaltung, Unternehmen und Alltag. Nicht als Diagnose einzelner Personen verwenden.
Abgrenzung
Abgrenzung
- Nicht verwechseln mit Verantwortungsanalyse. Individuelle Verantwortung bleibt möglich, aber sie braucht Kontext.
Vertiefung
Vertiefte Begriffsstruktur
Auf einen Blick
- Beschreibt eine Wahrnehmungs-, Erinnerungs-, Entscheidungs- oder Bewertungsverzerrung.
- Relevant, weil Wirkung häufig über Aufmerksamkeit, Emotion, Risiko- und Nutzenbewertung vermittelt wird.
- Hilft, Wirkungsblindheit, Fehlentscheidungen und verzerrte Resonanzräume sichtbar zu machen.
- Nicht als Diagnose einzelner Personen verwenden, sondern als Muster in Entscheidungen, Kommunikation oder Organisationen.
Beispiele
- Armut wird als individuelles Versagen gelesen, statt als Wirkung von Löhnen, Wohnkosten, Bildung und Gesundheit.
- Protest wird als Charakterproblem einer Gruppe gedeutet.
Mess- und Steuerungsbezug
qualitative Wirkungsanalyse, Diskursanalyse, Befragungen, Experimente, A/B-Tests, Risikoindikatoren, Transparenz- und Korrekturmechanismen. Bei Sprache und Medien nur als plausibler Wirkpfad, nicht als automatischer Wirkungsnachweis.
Quellenbasis
Quellenbasis dieser Ergänzung: ROS, NIS, WÖK-BL.
Verknüpfungen