Faktenstand: 4. Juli 2026. Dieser Text ist ein Impulsartikel in eigener Sache und markiert das Wirkungsinstitut als Modell, Entwurf und Arbeitsraum der Wirkungsökonomie.

In eigener Sache #

Zum Kontext: Die Brückenseite zum Wirkungsinstitut bündelt den Denk-, Forschungs- und Arbeitsraum der Wirkungsökonomie.

Inhaltsverzeichnis anzeigen
  1. In eigener Sache
  2. Die Ausgangslage: Eine Welt im Reparaturmodus
  3. Das falsche Maß: Warum Wissen nicht automatisch wirkt
  4. Der sechste Kondratieff als Übergang
  5. Die Neuordnung des Wohlstands
  6. Wie die Wirkungsökonomie entstanden ist
  7. Akademie und Institut: Lernen und Forschen gehören zusammen
  8. Der Auftrag des Wirkungsinstituts
  9. Der Werkzeugkasten für Politik, Wissenschaft und Transformation
  10. Warum Faktenchecks nicht reichen
  11. Was im Wirkungsinstitut entsteht
  12. Die Plattform: Arbeitsraum statt bloße Website
  13. Unabhängigkeit und Finanzierung
  14. Für wen das Wirkungsinstitut arbeitet
  15. Wie man mitwirken kann
  16. Das Arbeitsprinzip
  17. Die Vision
  18. Quellen- und Kontextbasis

Ich habe das Wirkungsinstitut gegründet.

Es ist der Think Tank der Wirkungsökonomie - ein unabhängiger Denk-, Forschungs- und Arbeitsraum für eine Frage, die aus meiner Sicht viel zu selten am Anfang steht:

Wie machen wir Wirkung sichtbar, prüfbar und entscheidungsrelevant?

Nicht als dekoratives Nachhaltigkeitswort. Nicht als moralische Haltung. Nicht als Image, Bericht oder Kommunikationsleistung. Sondern als ernsthafte, methodisch bearbeitbare Frage: Welche Folgen erzeugen Entscheidungen, Produkte, Technologien, Kapitalflüsse, politische Narrative, Medienbeiträge und Gesetze - für Mensch, Planet und Demokratie?

Die Ausgangslage: Eine Welt im Reparaturmodus #

Wir leben in einer Zeit, in der sich Krisen nicht mehr sauber voneinander trennen lassen. Der Krieg gegen die Ukraine hat gezeigt, wie eng Energie, Sicherheit, Industrie, Demokratie und geopolitische Abhängigkeiten miteinander verbunden sind. Globale Machtblöcke sortieren sich neu. Lieferketten werden politisch. Rohstoffe werden strategisch. Datenräume werden zu Infrastrukturen der Souveränität. Klimarisiken werden zu Finanzmarktrisiken. Und demokratische Öffentlichkeit wird selbst zum Angriffsraum.

Gleichzeitig erleben Deutschland, Europa und viele andere Demokratien einen massiven Druck von innen: Rechtsruck, autoritäre Angebote, politische Enthemmung, Polarisierung, Fake News, Desinformation, Misstrauen gegenüber Medien und Institutionen. Die Frage ist nicht mehr nur, ob einzelne Aussagen wahr oder falsch sind. Die Frage ist, was sie auslösen: Welche Resonanzräume entstehen? Welche Feindbilder werden normalisiert? Welche demokratischen Sicherungen werden geschwächt? Welche Gruppen werden gegeneinander gestellt?

Dazu kommen alte Machtmuster, die nie wirklich verschwunden sind: patriarchale Strukturen, Statusdenken, Dominanzlogik, Hierarchien, Silos, Interessenpolitik, fossile Abhängigkeiten, Kapitalmacht und die Gewohnheit, gesellschaftliche Folgekosten auszulagern. Viele dieser Strukturen erscheinen normal, weil sie lange funktioniert haben. Aber sie funktionieren oft nur deshalb, weil ihre Schäden nicht dort gemessen werden, wo sie entstehen.

Diese Lage ist nicht einfach eine Summe von Einzelproblemen. Sie ist ein Wirkungsnetz. Klima, Demokratie, Wirtschaft, Medien, Gesundheit, soziale Sicherheit, Bildung, Migration, Finanzmärkte und Technologie greifen ineinander. Eine zukunftsfähige Gesellschaft kann deshalb nicht entstehen, wenn jeder Bereich nur seine eigene Kennzahl optimiert.

Systemische Krisen lassen sich nicht mit linearen Antworten lösen.

Genau deshalb reicht der klassische Reparaturmodus nicht mehr: ein neues Gesetz hier, eine neue Förderung dort, eine neue Berichtspflicht, ein neuer Faktencheck, ein neuer Appell. All das kann sinnvoll sein. Aber wenn der innere Kompass gleich bleibt, reparieren wir Symptome, während das System weiter in die falsche Richtung läuft.

Das falsche Maß: Warum Wissen nicht automatisch wirkt #

Unsere Gesellschaften scheitern nicht daran, dass es zu wenig Daten gibt. Und auch nicht daran, dass es zu wenig Wissen gibt.

Wir wissen viel über Klima, Gesundheit, soziale Ungleichheit, Kapitalmärkte, Lieferketten, technologische Risiken, Medienwirkung und demokratische Erosion. Wissenschaft, Unternehmen, Verwaltungen, NGOs, Finanzmärkte und Medien produzieren Berichte, Daten, Szenarien, Modelle und Analysen.

Und trotzdem steuern viele Systeme in die falsche Richtung.

Warum? Weil wir meist das Falsche messen. Wir messen Kosten, Rendite, Wachstum, Reichweite, Effizienz, Zustimmung, Aufmerksamkeit, Marktwert, BIP, Klicks oder kurzfristige Haushaltswirkungen. Das sind keine unwichtigen Größen. Aber sie sagen nicht zuverlässig, ob eine Entscheidung Zukunft erzeugt oder Zukunft verbraucht.

Die Wirkungsökonomie setzt genau an dieser Maßstabskrise an. Sie fragt nicht zuerst: Was bringt Rendite? Was erzeugt Reichweite? Was ist kurzfristig effizient? Sondern: Welche Zustände verändern sich - und für wen?

Wohlstand entsteht nicht dort, wo Geldströme wachsen. Wohlstand entsteht dort, wo Mensch, Planet und Demokratie stabiler, freier und zukunftsfähiger werden.

Der sechste Kondratieff als Übergang #

Dieser Übergang lässt sich mit der Idee der sechsten Kondratieff-Welle beschreiben. Nach den großen Innovationswellen von Dampfmaschine und Eisenbahn, Elektrifizierung, Chemie, Automobil, Massenproduktion und Digitalisierung steht die nächste Entwicklungswelle nicht für mehr Output um jeden Preis, sondern für eine neue Produktivitätslogik.

Ihr Kern sind Nachhaltigkeit, Gesundheit, Resilienz, Kooperation und Systemintelligenz. Zukunftsfähigkeit wird selbst zum Innovations-, Wettbewerbs- und Wohlstandsfaktor.

Genau hier setzt die Wirkungsökonomie an: Sie übersetzt diese Entwicklungslogik in eine Steuerungslogik. Nicht nur bessere Technologie, sondern bessere Rückkopplung entscheidet, ob Transformation gelingt.

Eine Gesellschaft wird nicht zukunftsfähig, weil sie alles zentral plant, alles moralisch bewertet oder immer neue Einzelregeln stapelt. Sie wird zukunftsfähig, wenn ihre Informations-, Preis-, Steuer-, Kapital-, Medien- und Entscheidungsstrukturen so gebaut sind, dass sie Wirkungen zurückmelden: früh, transparent, verständlich und handlungsrelevant.

Das ist der Übergang von bloßer Regulierung zu Wirkungsarchitektur. Von Reparatur zu Lernen. Von Machtlogik zu Systemintelligenz. Von Wohlstand als Kapitalmenge zu Wohlstand als stabiler Systemzustand.

Genau hier verbindet sich das Wirkungsinstitut mit der größeren Idee der neuen Ordnung des Wohlstands.

Die Neuordnung des Wohlstands #

Die Wirkungsökonomie ist aus einer einfachen, aber radikalen Verschiebung entstanden: Kapital bleibt wichtig, aber es darf nicht länger der Kompass sein. Kapital ist Werkzeug. Wirkung ist Richtung.

Die alte Wohlstandsordnung fragt vor allem: Wie viel wird produziert? Wie viel wird verdient? Wie stark wächst der Markt? Wie hoch ist die Rendite? Wie groß ist die Reichweite?

Die neue Ordnung des Wohlstands fragt anders: Welche Wirkung entsteht? Werden Lebensgrundlagen geschützt oder verbraucht? Wird Demokratie stabilisiert oder beschädigt? Werden Menschen befähigt oder entwertet? Werden Risiken gelöst oder nur in die Zukunft verschoben?

Das verändert die Definition von Fortschritt. Fortschritt ist nicht mehr bloß Bewegung. Nicht jede Aktivität ist Wirkleistung. Nicht jede Effizienz ist Zukunftsfähigkeit. Nicht jede Innovation ist Verbesserung. Nicht jede Reichweite ist Orientierung. Nicht jeder Gewinn ist Wohlstand.

Wohlstand im Sinne der Wirkungsökonomie ist ein stabiler Systemzustand von Mensch, Planet und Demokratie. Er entsteht dort, wo Entscheidungen die Grundlagen des Lebens, der Freiheit, der Teilhabe, der Gesundheit, des Vertrauens, der ökologischen Regeneration und der demokratischen Korrekturfähigkeit stärken.

Damit wird Wirkung zur Sprache, mit der Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Medien und Gesellschaft neu miteinander sprechen können.

Wie die Wirkungsökonomie entstanden ist #

Mein eigener Weg zur Wirkungsökonomie begann nicht mit einem fertigen Modell. Er begann mit Physik, mit Nachhaltigkeitsmanagement in der Wirtschaft, mit der Erfahrung von Berichtssystemen, mit der Auseinandersetzung mit Kapitalismus, Sozialismus, sozialer Marktwirtschaft, Gemeinwohlökonomie, Donut-Ökonomie und mit der Frage, warum so viel Wissen so wenig Steuerungswirkung entfaltet.

Aus der Physik kommt mein Denken in Wechselwirkungen. Nichts geschieht isoliert. Jede Wirkung hat Rückwirkung. Jedes System hat Zustände, Grenzen, Energieflüsse, Verluste und nichtlineare Dynamiken.

Aus der Nachhaltigkeitspraxis kommt die Erfahrung: Daten sind vorhanden, aber sie bleiben oft Berichtsdaten. Sie werden erhoben, geprüft, bewertet, kommuniziert - und trotzdem verändern sie Preislogiken, Steuerlogiken, Kapitalflüsse und Entscheidungsroutinen zu wenig.

Aus der feministischen und gesellschaftlichen Perspektive kommt die Kritik an patriarchaler Machtlogik: an Hierarchien, Dominanz, Status, Silos, Kontrolle und der Abwertung von Care, Kooperation, Beziehung, Resonanz und Teilgabe. Zukunftsfähigkeit entsteht nicht aus der Herrschaft über Systeme, sondern aus der Fähigkeit, mit Systemen zu arbeiten.

Daraus entstand die Grundidee: Nicht Kapital, nicht Macht, nicht Reichweite, nicht Ideologie und nicht bloße Effizienz dürfen der letzte Maßstab sein. Der Maßstab muss Wirkung sein.

Akademie und Institut: Lernen und Forschen gehören zusammen #

Aus der Wirkungsökonomie heraus war die Akademie der erste logische Schritt. Denn ein neues Steuerungsmodell braucht Wirkungskompetenz. Menschen müssen lernen, Wirkung zu erkennen, zu unterscheiden, zu bewerten und verantwortlich zu gestalten.

Die Akademie ist deshalb der Lernraum der Wirkungsökonomie. Dort geht es um Begriffe, Grundlagen, Kurse, Vorlesungen, Lernräume und Qualifizierung. Die Akademie vermittelt Wirkungskompetenz.

Das Wirkungsinstitut ist der nächste logische Schritt. Es ist der Forschungs-, Denk- und Arbeitsraum. Dort wird Wirkungswissen erzeugt, geprüft, diskutiert, verdichtet und veröffentlicht.

Die Akademie vermittelt Wirkungskompetenz. Das Institut entwickelt Wirkungswissen.

Beides gehört zusammen. Eine zukunftsfähige Gesellschaft braucht nicht nur bessere Analysen. Sie braucht auch Menschen, die diese Analysen verstehen, anwenden und weiterentwickeln können.

Der Auftrag des Wirkungsinstituts #

Das Wirkungsinstitut soll ein Ort für angewandte Wirkungsforschung werden. Angewandt bedeutet: Forschung bleibt nicht im abstrakten Raum. Sie wird auf konkrete Fragen aus Politik, Wirtschaft, Medien, Verwaltung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Alltag bezogen.

Der Auftrag lautet, Wirkungen sichtbar, prüfbar und entscheidungsrelevant zu machen.

Sichtbar bedeutet: Wirkpfade, Wirkungspotenziale, Risiken, Nebenwirkungen und Rückkopplungen werden sprachlich, strukturell und methodisch erkennbar.

Prüfbar bedeutet: Aussagen werden mit Quellen, Gegenargumenten, Daten, Unsicherheiten und methodischer Klarheit verbunden.

Entscheidungsrelevant bedeutet: Die Analyse endet nicht bei Beschreibung. Sie zeigt, welche Folgerungen für politische Diskurse, Gesetze, Investitionen, öffentliche Kommunikation, Transformation oder institutionelle Steuerung entstehen.

Das Institut soll also nicht nur Texte produzieren. Es soll einen Werkzeugkasten entwickeln.

Der Werkzeugkasten für Politik, Wissenschaft und Transformation #

Wenn Politik wirkungsorientierter werden soll, braucht sie mehr als gute Absichten. Sie braucht Werkzeuge, mit denen sich Folgen besser erkennen und diskutieren lassen.

Dieser Werkzeugkasten kann umfassen: #

  • Wirkungschecks für konkrete politische, wirtschaftliche oder mediale Fragen.
  • Policy Briefs für Politik, Verwaltung, Medien und Öffentlichkeit.
  • Wirkungsfolgenabschätzungen für Gesetze, Programme und Reformen.
  • Wirkpfad-Karten, die direkte, indirekte und langfristige Folgen sichtbar machen.
  • Narrativ- und Medienwirkungschecks für politische Kommunikation, Frames und Plattformlogiken.
  • Transformationschecks für Investitionen, Infrastrukturentscheidungen und Geschäftsmodelle.
  • Quellen- und Gegenargumentationssammlungen für öffentliche Debatten.
  • Methodenpapiere zu Wirkung, Wirkungspotenzial, Netto-Wirkung, T-SROI, NWI, IOI, Reverse Merit Order und Wirkungsarchitektur.
  • Dossiers zu Rente, Wohnen, Lieferketten, Erbschaftsteuer, Medienwirkung, KI, Bildung, Klima und Finanzmarkt.

Der Anspruch ist nicht, Politik zu ersetzen. Der Anspruch ist, politische Entscheidungen besser vorzubereiten. Demokratie braucht Streit. Aber zukunftsfähiger Streit braucht bessere Wirkungsfragen.

Warum Faktenchecks nicht reichen #

Faktenchecks sind wichtig. Sie können klären, ob eine konkrete Aussage stimmt, ob Zahlen falsch verwendet wurden oder ob ein behaupteter Zusammenhang belegt ist.

Aber viele gesellschaftliche Wirkungen entstehen nicht erst auf der Ebene einzelner Fakten. Sie entstehen durch Frames, Wiederholungen, Tonalität, Reichweite, algorithmische Verstärkung, Resonanzräume, Aufmerksamkeit, Normalisierung und Erwartungsverschiebungen.

Ein Faktencheck fragt: Stimmt das? Ein Wirkungscheck fragt zusätzlich: Was löst es aus?

Eine Aussage kann formal überprüfbar sein und trotzdem Wirkungspotenziale erzeugen, die Vertrauen, gesellschaftliche Stabilität oder demokratische Anschlussfähigkeit schwächen. Eine Technologie kann effizient sein und trotzdem langfristige Abhängigkeiten schaffen. Eine Investition kann rentabel sein und trotzdem ein Stranded Asset erzeugen. Ein politisches Programm kann populär sein und trotzdem Wohlstand, Freiheit oder demokratische Resilienz beschädigen.

Das Wirkungsinstitut soll diesen Unterschied methodisch sichtbar machen.

Was im Wirkungsinstitut entsteht #

Im Wirkungsinstitut sollen Veröffentlichungen nicht einfach aus spontanen Meinungen entstehen. Sie sollen aus einem strukturierten Prozess hervorgehen.

Arbeitsfluss: Idee -> Diskussion -> Projekt -> Aufgabe -> Dokument -> Review -> Veröffentlichung

Diese Logik ist wichtig, weil Wissen nicht nur im fertigen Text entsteht. Wissen entsteht im Dazwischen: in Fragen, Gegenargumenten, Quellen, Widerspruch, Praxisfällen, Strukturierung und gemeinsamer Prüfung.

Die wichtigsten Formate sind: #

  • Wirkungschecks: kurze Analysen zu konkreten Fragen, Aussagen, Produkten, Technologien oder politischen Vorhaben.
  • Policy Briefs: kompakte Papiere mit Wirkungsanalyse und Handlungsempfehlungen.
  • Methodenpapiere: Beiträge zur begrifflichen und methodischen Weiterentwicklung der Wirkungsökonomie.
  • Dossiers und Artikel: längere Analysen zu Systemfragen.
  • Quellen- und Wirkungsanalysen: strukturierte Sammlungen von Belegen, Wirkpfaden und Gegenargumenten.
  • Gastbeiträge und Reviews: externe Perspektiven, fachliche Prüfung und kritische Weiterentwicklung.

Das Ziel ist nicht, möglichst viel zu veröffentlichen. Das Ziel ist, Wirkungswissen belastbar aufzubauen.

Die Plattform: Arbeitsraum statt bloße Website #

Das Wirkungsinstitut ist nicht nur als Schaufenster gedacht. Es soll als digitale Arbeitsplattform funktionieren. Die Website ist der zentrale Ort für Wissen, Struktur und Veröffentlichung. Discord kann als angeschlossener Kommunikationsraum dienen - für Austausch, Rollen, Gespräche und Community. Aber der Kern liegt auf der Plattform.

Dort sollen Wirkungsboard, Diskursforum, Projektwerkstatt, Dokumentenwerkstatt, Quellenarchiv und Veröffentlichungen zusammenwirken. Die Idee dahinter ist einfach: Diskussionen sollen nicht verschwinden. Quellen sollen auffindbar bleiben. Entwürfe sollen kommentierbar sein. Projekte sollen einen Arbeitsstand haben. Veröffentlichungen sollen nachvollziehbar entstehen.

So entsteht eine Art Think-Tank-Betriebssystem: ein Ort, an dem aus offenem Denken strukturierte Beiträge werden können.

Unabhängigkeit und Finanzierung #

Das Wirkungsinstitut ist kein Verein, keine Partei, kein Lobbyinstrument und keine Auftragsforschung. Es ist nicht drittfinanziert. Es wird nicht von Unternehmen, Parteien, Verbänden oder Interessengruppen getragen oder gesteuert.

Das ist mir wichtig, weil Wirkungsanalyse Vertrauen braucht. Wer Wirkung sichtbar machen will, darf nicht selbst unsichtbar gesteuert werden.

Das Institut ist ein unabhängiges Wissens- und Forschungsprojekt der Wirkungsökonomie. Es verfolgt kein wirtschaftliches Eigeninteresse. Beteiligung ist möglich, aber Interessenbindungen sollen transparent werden, wenn sie für ein Thema relevant sind.

Unabhängigkeit bedeutet dabei nicht Abgeschlossenheit. Das Institut soll offen sein für Beiträge, Quellen, Kritik, Praxiswissen, Gegenargumente und fachliches Review. Aber die redaktionelle und methodische Verantwortung bleibt sichtbar.

Für wen das Wirkungsinstitut arbeitet #

Das Wirkungsinstitut richtet sich nicht nur an eine Fachöffentlichkeit. Es soll anschlussfähig sein für Menschen und Institutionen, die Wirkung verstehen, prüfen oder gestalten wollen.

  • Für Bürger:innen, die Orientierung in komplexen Debatten suchen.
  • Für Politik und Verwaltung, die Entscheidungen wirkungsbezogen prüfen wollen.
  • Für Unternehmen, die Geschäftsmodelle, Produkte und Lieferketten wirkungsorientiert verstehen wollen.
  • Für Medien und Creator, die ihre öffentliche Wirkung reflektieren wollen.
  • Für Wissenschaft und Fachleute, die Erkenntnisse in gesellschaftliche Wirkung übersetzen wollen.
  • Für Zivilgesellschaft, die Anliegen nicht nur moralisch, sondern wirkungslogisch schärfen will.
  • Für Kommunen, die lokale Wirkung in Wohnen, Mobilität, Bildung, Gesundheit, Klima und Demokratie sichtbar machen wollen.
  • Für Finanzmarkt, Banken und Versicherungen, die Wirkungsrisiken, Zukunftsfähigkeit und Resilienz besser verstehen müssen.

Der gemeinsame Nenner ist nicht Herkunft, Titel oder Organisation. Der gemeinsame Nenner ist die Bereitschaft, Wirkung ernsthaft zu prüfen.

Wie man mitwirken kann #

Mitwirken bedeutet nicht Mitglied werden. Das Institut ist keine Mitgliederorganisation. Es gibt keine Mitgliedsbeiträge, keine Vorstandswahlen und keine Vereinsstruktur. Beteiligung erfolgt inhaltlich und projektbezogen.

Menschen können Themen vorschlagen, Quellen einreichen, Praxisfälle schildern, Gegenargumente formulieren, Entwürfe kommentieren, fachlich reviewen oder eigene Beiträge einbringen. Nicht jede Person muss schreiben. Nicht jede Person muss Expertin sein. Manchmal beginnt ein guter Wirkungscheck mit einer sehr guten Frage.

Gerade Widerspruch ist wichtig. Wirkungsanalyse darf nicht zur Bestätigungsmaschine werden. Sie braucht Gegenargumente, Quellenkritik, Unsicherheiten und die Bereitschaft, eigene Annahmen zu prüfen.

Das Arbeitsprinzip #

Das Arbeitsprinzip des Wirkungsinstituts ist einfach:

Transparent arbeiten. Sorgfältig prüfen. Verantwortlich veröffentlichen.

Transparenz bedeutet: Laufende Arbeiten, Fragestellungen und offene Punkte sollen sichtbar werden, soweit es sinnvoll ist. Sorgfalt bedeutet: Quellen, Wirkpfade, Begriffe, Gegenargumente und Unsicherheiten werden ernst genommen. Verantwortung bedeutet: Veröffentlichungen sollen nicht nur gut klingen, sondern nachvollziehbar, prüfbar und einordnungsfähig sein.

Dabei bleibt wichtig: Nicht jeder rohe Gedanke muss sofort öffentlich sein. Entwürfe brauchen Schutzräume. Veröffentlichungen sollen dagegen belastbar und zitierfähig sein.

Die Vision #

Die Vision des Wirkungsinstituts ist größer als einzelne Texte. Es geht darum, eine neue Art von öffentlicher, politischer und wirtschaftlicher Rückkopplung zu entwickeln.

Eine zukunftsfähige Gesellschaft braucht dafür drei Fähigkeiten: Wirklichkeitsfähigkeit, Rückkopplungsfähigkeit und Transformationsfähigkeit.

Wirklichkeitsfähigkeit bedeutet, dass eine Gesellschaft sehen kann, was ihr Handeln tatsächlich bewirkt - auch dann, wenn die Wirkung unbequem ist. Rückkopplungsfähigkeit bedeutet, dass diese Erkenntnis in Preise, Steuern, Gesetze, Kapital, Medien, Bildung, Infrastruktur und Entscheidungen zurückfließt. Transformationsfähigkeit bedeutet, dass Veränderung nicht als Ausnahme, sondern als lernfähige Normalität gestaltet wird.

Das Wirkungsinstitut soll einen Beitrag dazu leisten. Es soll helfen, politische Diskurse, Gesetzesvorhaben, Investitionen, Technologien, Medienbeiträge und gesellschaftliche Entscheidungen stärker nach ihren Wirkungen zu fragen.

Nicht durch Moralappelle. Nicht durch Besserwisserei. Nicht durch eine neue Ideologie. Sondern durch Forschung, Prüfung, Widerspruch, Quellenarbeit, methodische Begriffe und gemeinsames Denken.

Für mich ist das der Kern:

Was bewirkt es - für Mensch, Planet und Demokratie?

Das ist die Frage, mit der das Wirkungsinstitut startet. Und es ist die Frage, die ich gemeinsam mit allen weiterentwickeln möchte, die Wirkung nicht nur behaupten, sondern verstehen, prüfen und gestalten wollen.

Quellen- und Kontextbasis #

Dieser Impulsartikel ist kein wissenschaftlicher Fachaufsatz. Die folgenden Quellen und Berichte bilden aber einen Teil der aktuellen Kontextbasis für die beschriebenen Entwicklungen:

  1. V-Dem Institute: Democracy Report 2026 - zu Autokratisierung und demokratischem Rückgang auch in etablierten Demokratien.
    V-Dem Democracy Report 2026
  2. Freedom House: Freedom in the World 2026 - zu anhaltendem globalen Rückgang politischer Rechte und bürgerlicher Freiheiten.
    Freedom House - Freedom in the World 2026
  3. World Economic Forum: Global Risks Report 2026 - zu Desinformation, Polarisierung und geopolitischen Risiken.
    WEF Global Risks Report 2026
  4. European Commission Joint Research Centre: Fractured reality, 2026 - zu Plattformlogiken, Desinformation und Demokratie.
    European Commission JRC - Fractured reality
  5. Reporters Without Borders Germany: Focus 2026 - zu Druck auf Pressefreiheit durch Desinformation, Polarisierung und Angriffe.
    Reporters Without Borders - Focus 2026 Germany
  6. Natalie Weber: Die neue Ordnung des Wohlstands / Wirkungsökonomie - Grundlagen, Begriffe, Wirkungsarchitektur und Neuordnung des Wohlstands.