Anschlussbegriff
Transformationsfähigkeit / Transformability
Transformationsfähigkeit ist die Fähigkeit, einen grundsätzlich neuen, tragfähigen Systemzustand oder Attraktionsraum zu schaffen, wenn der bisherige Zustand unerwünscht oder unhaltbar ist.
Auf einen Blick
- Einordnung: Anschlussbegriff im Bereich Systeme, Steuerung und Resilienz.
- Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
- Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
- Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an Transformationswirkung, Transformationspfad, Transformationswelle.
Definition
Was der Begriff zusätzlich aussagt
Transformability ist bei Walker et al. (2004) eine verwandte eigenständige Fähigkeit, nicht eine der vier Stabilitätslandschafts-Dimensionen. Nachhaltigkeit braucht sie, um fossile, repressive oder externalisierende Attraktoren zu verlassen.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
Transformationsfähigkeit beschreibt, ob ein System aus Wirklichkeits- und Rückkopplungsfähigkeit dauerhafte, verantwortliche Veränderung machen kann.
Verwendung
Verwendung
Den Begriff verwenden, wenn es um die Fähigkeit geht, notwendige Veränderung dauerhaft, lernfähig und wirkungsorientiert zu gestalten. Nicht mit Disruption um der Disruption willen, bloßer Anpassungsrhetorik oder unkritischem Fortschrittsoptimismus verwechseln.
Abgrenzung
Abgrenzung
- Change Management: Change Management kann ein Werkzeug sein; Transformationsfähigkeit betrifft tiefere Lern-, Wirkungs- und Strukturveränderung.
- Innovation: Innovation kann Transformation auslösen, ist aber nicht automatisch positive Wirkung.
- Disruption: Nicht jede Zerstörung alter Strukturen ist schöpferisch oder wirkungspositiv.
- Anpassung: Anpassung erhält oft bestehende Pfade; Transformation kann Pfade verändern.
- Fortschrittsglaube: Transformationsfähigkeit prüft Wirkung, Risiko, Nebenwirkung und Nichtkompensation.
- Nachhaltigkeit als bloßen Zielzustand
- eine additive Acht-Punkte-Formel
Vertiefung
Vertiefte Begriffsstruktur
Systemfrage
Jede Resilienzaussage muss klären: Resilienz wovon, gegenüber welcher Störung, für wen, zur Erhaltung welcher Funktionen und mit welchen Folgen für andere Systeme?
Acht Analysebausteine
Latitude, Resistance, Precariousness und Panarchy beschreiben die Stabilitätslandschaft. Rückstell- und Dämpfungsfähigkeit erklären die dynamische Antwort. Anpassungs- und Transformationsfähigkeit beschreiben Systementwicklung. Diese acht Bausteine sind keine additive Punkteliste und nicht als acht Walker-Punkte zu bezeichnen.
Einordnung
Transformability ist bei Walker et al. (2004) eine verwandte eigenständige Fähigkeit, nicht eine der vier Stabilitätslandschafts-Dimensionen. Nachhaltigkeit braucht sie, um fossile, repressive oder externalisierende Attraktoren zu verlassen.
Vertiefung
Die vollständige Herleitung mit Kugel-Becken-Modell, Klima-Beispiel und MPD-Zustandsraum steht in der Bibliotheksveröffentlichung Nachhaltigkeit als Systemresilienz.
Querverweise
- transformationswirkung
- transformationspfad
- transformationswelle
- wirkungsinnovation
- wirkungskompetenz
- wirklichkeitsfaehigkeit
- rueckkopplungsfaehigkeit
- lernende-organisation
- unternehmerisches-lernen
- evolutorischer-unternehmer
- wirkungsresilienz
- wirkungsrisiko
- wirkungsarchitektur
- positive-netto-wirkung
- wirkungsgesellschaft
- wirkungsinstitut
- reverse-merit-order
- nichtkompensationsprinzip
- impact-washing
- purpose-washing
- schoepferische-zerstoerung
- schumpetersche-innovation
- nachhaltigkeit
- resilienz
- systemresilienz
- resilienzarchitektur
- resilienzmanagement
- nachhaltigkeitsmanagement
- stabilitaet
- robustheit
- rueckkopplung
- kipppunkt
- attraktor
- stabilitaetslandschaft
- latitude
- resistance
- precariousness
- panarchy
- rueckstellfaehigkeit
- daempfungsfaehigkeit
- anpassungsfaehigkeit
- sdgs
- sdg-plus
Verknüpfungen
Verwandte Begriffe
Querverweise