Teil Die Sprache der Wirkungsökonomie
Kapitel 13 - Wirkungsträger, Wirkungsempfänger, Wirkungsräume
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Kapitel 13 - Wirkungsträger, Wirkungsempfänger, Wirkungsräume

13.1 Warum Wirkung Zuordnung braucht
Wirkung ist Zustandsveränderung. Damit diese Zustandsveränderung analysiert, bewertet und gesteuert werden kann, braucht sie Zuordnung. Es muss klar sein, von wem oder was die Wirkung ausgeht, wen oder was sie betrifft und in welchem Raum sie entsteht [I-13-1].
Ohne Zuordnung bleibt Wirkung Behauptung. Ein Unternehmen kann sagen, ein Produkt sei nachhaltig. Ein Staat kann sagen, ein Gesetz sei gerecht. Eine Plattform kann sagen, ihre Technik sei neutral. Eine Bank kann sagen, sie finanziere Zukunft. Solche Aussagen reichen nicht. Die Wirkungsökonomie fragt genauer: Wer oder was ist Wirkungsträger? Wer oder was ist Wirkungsempfänger? In welchem Wirkungsraum entsteht die Veränderung? Welche Reichweite hat sie? Welche Rückwirkung entsteht?
Diese Fragen sind die Grundlage fairer Bewertung. Sie verhindern, dass sichtbare Akteure überzeichnet und unsichtbare Betroffene ausgeblendet werden. Sie verhindern auch, dass Verantwortung dort verschwindet, wo Wirkung über Lieferketten, Datenräume, Kapitalflüsse, Preise, Regeln oder öffentliche Kommunikation vermittelt wird.
13.2 Wirkungsträger
Wirkungsträger sind Akteure, Objekte, Regeln, Technologien, Strukturen oder Muster, von denen Wirkung ausgeht. Ein Wirkungsträger kann ein Mensch sein, ein Unternehmen, ein Staat, eine Kommune, eine Schule, ein Krankenhaus, eine Pflegeeinrichtung, ein Medium, eine Plattform, ein Algorithmus, ein Produkt, ein Gebäude, ein Kapitalfluss, ein Gesetz, ein Preis, ein Förderprogramm, ein Narrativ oder eine kulturelle Praxis [I-13-1].
Diese breite Definition ist notwendig, weil Wirkung nicht nur aus bewussten Entscheidungen entsteht. Auch Dinge und Strukturen verändern Möglichkeitsräume. Ein Produkt wirkt durch Material, Herstellung, Nutzung, Reparierbarkeit, Entsorgung, Preis und Lieferkette. Ein Gebäude wirkt durch Energiebedarf, Gesundheit, Sicherheit, Lage, Barrierefreiheit und soziale Nutzung. Ein Algorithmus wirkt durch Sortierung, Reichweite, Sichtbarkeit und Verstärkung. Ein Preis wirkt durch Anreiz. Ein Gesetz wirkt durch Rechte, Pflichten, Sanktionen, Verfahren und Erwartungen.
Ein Wirkungsträger muss daher nicht menschlich sein. Aber menschliche und institutionelle Verantwortung bleibt relevant. Ein Algorithmus ist Wirkungsträger, aber er wurde entworfen, trainiert, eingesetzt, finanziert, überwacht oder nicht überwacht. Ein Preis ist Wirkungsträger, aber er entsteht aus Marktstruktur, Steuerrecht, Subvention, Lieferkette und Wettbewerb. Ein Produkt ist Wirkungsträger, aber es wurde designt, hergestellt, beschafft, beworben und reguliert.
13.3 Direkte und indirekte Wirkungsträger
Wirkungsträger können direkt oder indirekt wirken. Ein direkter Wirkungsträger löst eine Zustandsveränderung unmittelbar aus. Eine Pflegekraft versorgt eine Person. Ein Medikament verändert einen körperlichen Zustand. Ein Unternehmen produziert ein Produkt. Eine Behörde erlässt einen Bescheid. Eine Redaktion veröffentlicht einen Beitrag.
Ein indirekter Wirkungsträger verändert Bedingungen, unter denen spätere Wirkungen wahrscheinlicher werden. Ein Kapitalgeber finanziert eine Anlage. Eine Plattform gestaltet Reichweitenlogik. Ein Gesetz setzt Preis- oder Haftungssignale. Eine Norm definiert einen technischen Standard. Eine Schule bildet Fähigkeiten aus, die später in Gesundheit, Einkommen, Teilhabe und Demokratie wirksam werden. Eine Steuerklasse verändert Produktentscheidungen, ohne selbst das Produkt herzustellen [I-13-2].
Diese Unterscheidung ist für die Wirkungsökonomie zentral. Wer nur direkte Wirkungsträger betrachtet, übersieht Macht in Strukturen. Kapital, Recht, Daten, Beschaffung, Standards und Plattformlogiken wirken häufig indirekt. Ihre Wirkung ist nicht weniger real, nur weil sie vermittelt ist.
13.4 Wirkungsempfänger
Wirkungsempfänger sind jene, deren Zustand verändert wird. Das können einzelne Menschen sein, Gruppen, Haushalte, Beschäftigte, Kund:innen, Patient:innen, Schüler:innen, Pflegebedürftige, Mieter:innen, Regionen, Ökosysteme, Böden, Wasser, Klima, Biodiversität, Institutionen, Demokratien, Märkte, Infrastrukturen oder künftige Generationen [I-13-1][I-13-3].
Wirkungsempfänger sind nicht immer diejenigen, die am Markt sichtbar auftreten. Ein Produkt kann Käufer:innen nützen und Arbeiter:innen in der Lieferkette belasten. Ein Gebäude kann Eigentümer:innen Rendite bringen und Mieter:innen durch schlechte Dämmung, Schimmel oder hohe Nebenkosten schädigen. Ein Kapitalfluss kann ein Unternehmen stärken und gleichzeitig ökologische oder soziale Risiken erhöhen. Eine Plattform kann Nutzer:innen verbinden und zugleich öffentliche Diskursräume beschädigen.
Die Wirkungsökonomie erweitert deshalb die Empfängerseite. Sie fragt nicht nur, wer bezahlt, wer besitzt oder wer entscheidet. Sie fragt, wer betroffen ist. Diese Betroffenheit kann direkt, indirekt, zeitverzögert oder strukturell sein.
13.5 Unsichtbare Empfänger
Viele Wirkungsempfänger sind im alten System unsichtbar. Die Lieferkette macht Arbeiter:innen, Wasser, Böden, Chemikalien, Energie und Abfall unsichtbar. Der Finanzmarkt macht künftige Risiken unsichtbar, solange sie nicht eingepreist sind. Der Wohnungsmarkt macht Gesundheit, Nachbarschaft, Teilhabe und soziale Stabilität unsichtbar, solange nur Rendite und Marktwert zählen. Die digitale Öffentlichkeit macht psychische Belastung, Vertrauen, Wahrheitsfähigkeit und demokratische Stabilität unsichtbar, solange Reichweite als Erfolg gilt [I-13-4][I-13-5].
Auch künftige Generationen sind Wirkungsempfänger. Sie sind nicht am Vertrag beteiligt, nicht im Supermarkt anwesend, nicht in der Bilanz sichtbar und nicht im heutigen Wahlkampf stimmberechtigt. Trotzdem verändern heutige Entscheidungen ihre Zustände: Klima, Schulden, Infrastruktur, Biodiversität, Bildungsqualität, demokratische Stabilität und technologische Abhängigkeit. Die Wirkungsökonomie muss diese Empfänger sichtbar machen, ohne ihre Interessen beliebig zu behaupten. Sie braucht Daten, Szenarien, Vorsorgeprinzip, nicht-kompensatorische Grenzen und institutionelle Prüfung [I-13-6].
13.6 Wirkungsräume
Der Wirkungsraum ist der Zusammenhang, in dem Wirkung entsteht. Er ist nicht bloßer Hintergrund. Er bestimmt, wie ein Impuls aufgenommen, blockiert, verstärkt, umgedeutet oder in Handlung übersetzt wird [I-13-1][I-13-7].
Ein Wirkungsraum kann physisch sein: ein Gebäude, eine Straße, ein Quartier, ein Krankenhaus, ein Wald, ein Fluss, ein Produktionsstandort. Er kann sozial sein: eine Familie, eine Klasse, ein Betrieb, eine Nachbarschaft, ein Verein, ein Pflegeteam. Er kann digital sein: eine Plattform, ein Datenraum, ein Suchsystem, ein soziales Netzwerk, ein algorithmischer Entscheidungsraum. Er kann ökologisch sein: ein Boden, ein Wassereinzugsgebiet, ein Klima, ein Ökosystem. Er kann institutionell sein: eine Verwaltung, ein Gericht, ein Markt, eine Schule, ein Steuerrecht. Er kann kulturell sein: ein Diskurs, ein Narrativ, ein Symbolraum, eine Erinnerungskultur. Er kann zeitlich sein: eine Entscheidung wirkt heute anders als in zehn Jahren.
Wirkungsräume sind nicht passiv. Ein stabiler Raum verarbeitet einen Impuls anders als ein verletzter Raum. Ein vertrauensvoller Raum kann Kritik aufnehmen. Ein polarisierter Raum kann denselben Satz als Angriff lesen. Ein Markt mit Alternativen kann einen CO2-Preis in Innovation übersetzen. Ein Markt ohne Alternativen kann denselben Preis als Belastung weitergeben. Eine gute Schule kann ein Bildungsprogramm aufnehmen. Eine überlastete Schule kann es nur formal verwalten.
13.7 Resonanzräume und Anschlussfähigkeit
Ein besonderer Wirkungsraum ist der Resonanzraum. Er beschreibt, ob ein Impuls aufgenommen, verstanden, geteilt, abgelehnt, verstärkt oder in Handlung übersetzt wird. Resonanzräume entstehen in Kommunikation, Bildung, Medien, Politik, Kultur, Religion, Nachbarschaft, Organisationen, Märkten und digitalen Plattformen [I-13-7].
Anschlussfähigkeit ist die Bedingung dafür, dass Wirkungspotenzial in tatsächliche Wirkung übergehen kann. Eine Information kann sachlich richtig sein und trotzdem wirkungslos bleiben, wenn Vertrauen fehlt. Ein Produktpass kann gute Daten liefern und trotzdem wenig verändern, wenn Preis, Zugang oder Gewohnheit stärker sind. Eine Fördermaßnahme kann sinnvoll sein und trotzdem nicht wirken, wenn Antragsverfahren, Sprache oder Zeitdruck den Zugang blockieren. Eine demokratische Botschaft kann formal richtig sein und trotzdem keinen Raum finden, wenn Desinformation, Angst oder Zugehörigkeitskonflikte den Resonanzraum prägen [I-13-8].
Wirkungsräume erklären daher, warum dieselbe Maßnahme in verschiedenen Kontexten unterschiedliche Wirkung erzeugt. Diese Einsicht macht Wirkung nicht beliebig. Sie macht sie genauer.
13.8 Mehrfachrollen: Wer wirkt, kann zugleich betroffen sein
Akteure können zugleich Wirkungsträger und Wirkungsempfänger sein. Ein Unternehmen wirkt durch Produkte, Lieferketten, Arbeitsbedingungen und Kapitalentscheidungen. Zugleich ist es Empfänger von Regulierung, Preisen, Kundenentscheidungen, Fachkräftemangel, Klimarisiken, Energiepreisen und Kapitalanforderungen. Eine Kommune wirkt durch Planung, Infrastruktur, Beschaffung und Verwaltung. Zugleich ist sie Empfänger von Bundesrecht, Landespolitik, Haushaltslage, Klimafolgen und sozialer Belastung. Bürger:innen wirken durch Kauf, Arbeit, Sprache, Wahl, Engagement, Pflege und Teilhabe. Zugleich sind sie Empfänger von Preisen, Wohnungsmarkt, Medienlogik, Arbeitsbedingungen, Gesundheitssystem und Klima [I-13-3].
Diese Mehrfachrolle verhindert einfache Schuldzuweisungen. Die Wirkungsökonomie bewertet nicht Personen als gut oder schlecht. Sie betrachtet Rollen, Räume, Möglichkeiten, Einfluss und Rückwirkungen. Ein Mensch kann in einem Wirkungsraum nur begrenzt handeln und in einem anderen hohe Wirkungsmacht haben. Ein kleines Unternehmen kann unter Lieferkettenvorgaben leiden und zugleich eigene Beschaffung steuern. Ein Staat kann Regeln setzen und zugleich von globalen Kapital-, Klima- oder Migrationsdynamiken betroffen sein.
Wirkungsanalyse muss diese Mehrfachrollen abbilden. Sonst verschiebt sie Verantwortung an die falsche Stelle.
13.9 Reichweite, Intensität und Dauer
Wirkung lässt sich nicht nur nach Ursprung, Empfänger und Raum beschreiben. Sie braucht auch Reichweite, Intensität und Dauer. Reichweite fragt, wie viele Menschen, Systeme, Räume oder Zeiträume betroffen sind. Intensität fragt, wie stark ein Zustand verändert wird. Dauer fragt, ob die Veränderung kurzfristig, mittelfristig, langfristig oder strukturell bleibt [I-13-9].
Ein Produkt mit geringer Stückzahl kann hohe Intensität haben, wenn es giftig, gefährlich oder besonders entlastend ist. Ein digitales System kann hohe Reichweite haben, obwohl jede einzelne Interaktion klein erscheint. Eine Sanierung kann langfristige Wirkung haben, obwohl die erste Veränderung schlicht als Energieeinsparung sichtbar wird. Ein politisches Narrativ kann zunächst schwer messbar sein, aber durch Wiederholung, Reichweite und Anschlussfähigkeit systemische Wirkung entfalten.
Die Wirkungsökonomie verbindet daher qualitative Zuordnung mit quantitativer Bewertung. WÖk-IDs, Scorecards, Datenqualitätsklassen, Benchmarks und Produktpässe helfen, Reichweite, Intensität, Dauer und Datenlage zu ordnen [I-13-10]. Sie ersetzen die Wirkungsanalyse nicht. Sie machen sie prüfbar.
13.10 Zurechnung ohne Scheingenauigkeit
Wirkung lässt sich nicht immer vollständig zurechnen. In komplexen Systemen wirken mehrere Auslöser zusammen. Ein Gesundheitsergebnis kann durch Medizin, Wohnraum, Einkommen, Bildung, Ernährung, Arbeit, Umwelt und Beziehung beeinflusst werden. Eine politische Entwicklung kann durch Medien, Plattformen, ökonomische Unsicherheit, Parteien, Kultur, internationale Ereignisse und persönliche Erfahrung geprägt sein. Ein Produktpreis kann durch Energie, Löhne, Steuern, Lieferketten, Margen, Subventionen und Nachfrage entstehen [I-13-6][E-13-1].
Die Wirkungsökonomie darf deshalb keine Scheingenauigkeit erzeugen. Sie muss zwischen direkter Zurechnung, plausibler Mitwirkung, systemischer Mitverantwortung und unklarer Datenlage unterscheiden. Wo Daten gut sind, kann genauer bewertet werden. Wo Daten schwach sind, muss Unsicherheit sichtbar bleiben. Wo Einfluss gering ist, darf Verantwortung nicht überdehnt werden. Wo Einfluss groß ist, darf Verantwortung nicht durch Komplexität verborgen werden.
Datenqualität ist daher Teil der Wirkung. Eine Bewertung mit schwacher Datenlage ist nicht wertlos, aber sie muss als solche erkennbar sein. Genau dafür braucht die Wirkungsökonomie Datenqualitätsklassen, Prüfverfahren und eine unabhängige Weiterentwicklung der Indikatoren [I-13-10][I-13-11].
13.11 Wirkungsträger und Wirkungsempfänger in der Steuerung
Die Begriffe Wirkungsträger, Wirkungsempfänger und Wirkungsraum sind nicht nur für Analyse nötig. Sie bestimmen auch die Steuerung. Eine Wirkungssteuer muss wissen, welches Produkt, welche Tätigkeit, welcher Kapitalfluss oder welche Organisation bewertet wird. Ein Produktpass muss sichtbar machen, welche Lieferkette, welche Ressourcen, welche Arbeitsbedingungen, welche Gesundheits- und Sicherheitsdaten ein Produkt betreffen. Ein T-SROI muss klären, welche Empfängergruppen profitieren oder belastet werden. Ein Wirkungsrat muss prüfen, ob Benchmarks, Archetypen und WÖk-IDs den Wirkungsraum angemessen abbilden [I-13-10][I-13-11][I-13-12].
Im Apfelbeispiel ist der Apfel nicht nur Ware. Er ist Wirkungsträger einer Lieferkette. Wirkungsempfänger sind Kund:innen, Erzeuger:innen, Böden, Wasser, Klima, regionale Betriebe, Arbeitskräfte und künftige Marktentscheidungen [I-13-13]. Beim T-Shirt gilt dasselbe: Der Preis im Laden zeigt nicht, ob Baumwolle, Färberei, Arbeitsbedingungen, Chemikalien, Transport, Abfall und Nutzung in der Wirkung berücksichtigt wurden [I-13-5]. Bei Wohnraum sind Gebäude, Boden, Kapital, Miete, Energie, Gesundheit, Nachbarschaft und Stadtentwicklung miteinander verbunden [I-13-14].
Steuerung ohne diese Zuordnung bleibt grob. Steuerung mit dieser Zuordnung kann differenzieren, ohne beliebig zu werden.
13.12 Zwischenfazit: Wirkung braucht Ursprung, Empfänger und Raum
Wirkung ist Zustandsveränderung. Damit sie verständlich und steuerbar wird, muss sie zugeordnet werden. Wirkungsträger beschreiben, von wem oder was Wirkung ausgeht. Wirkungsempfänger beschreiben, wen oder was die Wirkung betrifft. Wirkungsräume beschreiben den Zusammenhang, in dem Wirkung entsteht, aufgenommen wird und zurückwirkt [I-13-1].
Diese drei Begriffe verhindern, dass Wirkung pauschal behauptet wird. Sie machen sichtbar, ob ein Produkt nur für Käufer:innen nützlich ist oder andere Empfänger belastet. Sie zeigen, ob ein Gesetz nur formell wirkt oder in einem bestimmten Raum Zugang, Verhalten und Vertrauen verändert. Sie zeigen, ob ein Kapitalfluss nur Rendite erzeugt oder künftige Risiken verschiebt. Sie zeigen, ob öffentliche Kommunikation nur Meinung ausdrückt oder den demokratischen Resonanzraum verändert.
Die Zuordnung ist zugleich die Voraussetzung für [Kap. 18]. Dort wird unterschieden, ob eine Wirkung nur unmittelbar eintritt, indirekt über andere Zustände weiterwirkt oder die Struktur verändert, in der künftige Entscheidungen entstehen. Wirkung erster Ordnung beschreibt die direkte Veränderung. Wirkung zweiter Ordnung beschreibt die indirekte Folge. Wirkung dritter Ordnung beschreibt die Veränderung von Anreizen, Erwartungen, Kapitalflüssen, Routinen, Machtverhältnissen oder Rückkopplungen.
Das nächste Kapitel führt diese Begriffsebene weiter. Nach Ursprung, Empfänger und Raum geht es um die Frage, welchen Wert eine Wirkung im System hat und nach welchem Maßstab sie bewertet wird.
Endnoten und Quellen zu Kapitel 13
Interne WÖk-Quellen
[I-13-1] Weber, Natalie: Die neue Ordnung des Wohlstands. Begründung und Grundlagen der Wirkungsökonomie, Arbeitsfassung, Kapitel 10 bis 13 und Kapitel 16, 2025/2026. Grundlage für Wirkung, Wirkungspotenzial, Handlung, Unterlassen, Wirkungsträger, Wirkungsempfänger und Wirkungsräume.
[I-13-2] Weber, Natalie: Working-Paper Wirkungssteuergesetz (WStG). Mit Kommentaren und Begründungen, Stand 8. Oktober 2025, §§ 1 bis 9. Grundlage für Wirkung als Steuerungsmaßstab wirtschaftlicher Aktivitäten, Einkommen und Kapitalflüsse sowie für Wirkungsdimensionen, Wirkungssteuerkonto und Bonus-/Malus-Logik.
[I-13-3] Weber, Natalie: Systemmodell der Wirkungsökonomie. Die systemische Ordnungskarte Mensch-Planet-Demokratie, 2025. Grundlage für Staat, Wirtschaft, Finanzsystem, Gesellschaft, Individuum, Medien, Gesundheit, Kultur, Wissen und Digitalisierung als verbundene Wirkungsräume.
[I-13-4] Weber, Natalie: Wirkungsökonomie in der Lieferkette, September 2025. Grundlage für Lieferkettenwirkung, Vorleistungen, Arbeitsbedingungen, Chemikalien, Wasserverbrauch, Produkttransparenz und Vorsteuerlogik.
[I-13-5] Weber, Natalie: WP_Produkte - Produktbesteuerung durch Wirkung, 2025. Grundlage für Produktpreise, Marktversagen durch externalisierte Kosten, digitale Produktpässe, Produktwirkung und steuerliche Rückkopplung.
[I-13-6] Weber, Natalie: Nachhaltigkeit ist keine Strategie. Sie ist eine Systemarchitektur, 2025/2026. Grundlage für Interdependenz, Zustandsräume, Rückkopplung, Nicht-Linearität und additive Steuerungsfehler in gekoppelten Systemen.
[I-13-7] Weber, Natalie: Die neue Ordnung des Wohlstands, Arbeitsfassung, Kapitel 76 und Kapitel 90, 2025/2026. Grundlage für öffentliche Kommunikation, Resonanzräume, Sprache, Tonalität, Frames, Plattformlogiken und demokratisches Wirkungspotenzial.
[I-13-8] Weber, Natalie: Leitbild für Mensch, Planet und Demokratie, Oktober 2025. Grundlage für den normativen Maßstab Mensch, Planet und Demokratie sowie für Teilhabe, Verantwortung, Demokratie und gesellschaftliche Orientierung.
[I-13-9] Weber, Natalie: Whitepaper T-SROI - Der neue Standard für Impact-Controlling in der Wirkungsökonomie, September 2025. Grundlage für Netto-Wirkung, Reichweite, Transformationsmultiplikator, Zeitwirkung, Resilienz und Datenqualität.
[I-13-10] Weber, Natalie: Technische Leitlinien zum Wirkungssteuergesetz (WUStG) - Vollversion Extended, August 2025; Weber, Natalie: WÖk Master Items final v1.2, 2025. Grundlage für WÖk-IDs, Scorecards, Archetypen, Datenqualitätsklassen, Benchmarks und Prüfverfahren.
[I-13-11] Weber, Natalie: Der Wirkungsrat - Institutionelle Verankerung der Wirkungsökonomie, September 2025. Grundlage für unabhängige Weiterentwicklung von WÖk-IDs, Benchmarks, Archetypen, Wirkungsberichten, Transparenz und Missbrauchsschutz.
[I-13-12] Weber, Natalie: Whitepaper T-SROI - Der neue Standard für Impact-Controlling in der Wirkungsökonomie, September 2025. Grundlage für Empfängergruppen, negative Wirkungen, Transformationswirkung, Kapitalbewertung und Wirkung im Investitionscontrolling.
[I-13-13] Weber, Natalie: Beispiel: Automatisierte Einstufung der Wirkungssteuer - Regionaler Apfel vs. Chile-Apfel, 2025. Grundlage für das Apfelbeispiel, die datenbasierte Produktbewertung und die Zuordnung zu Klima, Ressourcen, Arbeit und Gesundheit.
[I-13-14] Weber, Natalie: Working-Paper Wohnungsmarkt: Bezahlbar, nachhaltig, gerecht, 2025. Grundlage für Wohnraum als Wirkungsraum, soziale Stabilität, Gesundheit, Mietbelastung, energetische Qualität und Kapitalfehlsteuerung.
Externe Quellen
[E-13-1] Meadows, Donella H.: Thinking in Systems. A Primer, Chelsea Green Publishing, 2008; Meadows, Donella H.: Leverage Points: Places to Intervene in a System, Sustainability Institute, 1999. Anschlussquelle für Systemgrenzen, Rückkopplungen, Verzögerungen und Hebelpunkte. Die Quelle erklärt Systemverhalten; die Wirkungsarchitektur bleibt WÖk. Donella Meadows - Leverage Points: https://donellameadows.org/archives/leverage-points-places-to-intervene-in-a-system/ - Donella Meadows - Systems Thinking Resources: https://donellameadows.org/systems-thinking-resources/
[E-13-2] Gibson, James J.: The Ecological Approach to Visual Perception, Houghton Mifflin, 1979; Norman, Donald A.: The Design of Everyday Things, Basic Books, 1988. Anschlussquellen für die Einsicht, dass Gestaltung Handlungsmöglichkeiten eröffnet oder begrenzt. In der Wirkungsökonomie dient dies der Erklärung von Produkten, Oberflächen, Gebäuden und digitalen Systemen als Wirkungsträger.
[E-13-3] Vester, Frederic: Die Kunst vernetzt zu denken. Ideen und Werkzeuge für einen neuen Umgang mit Komplexität, dtv, 1999. Anschlussquelle für Wechselwirkungen, vernetzte Problemanalyse und Sensitivitätslogik. Die Quelle dient der methodischen Einordnung, nicht als Ersatz der Wirkungsökonomie.
Zentrale Begriffe dieses Kapitels
Wirkung
Wirkung ist die tatsächliche Veränderung von Zuständen.
Wirkungspotenzial
Wirkungspotenzial ist die Möglichkeit, dass Wirkung eintreten kann.
Wirkstoff
Wirkstoff ist in der WÖk eine didaktische Analogie für einen Auslöser mit Wirkungspotenzial.
Wirkungsarchitektur
Wirkungsarchitektur ist das Gesamtsystem aus Daten, Regeln, Institutionen, Anreizen, Governance, Kontrolle und Lernen.
Wirkungsrisiko
Wirkungsrisiko ist die Möglichkeit, dass eine Entscheidung negative Wirkung erzeugt oder positive Wirkung verfehlt.