Anschlussbegriff / WÖk-Präzisierung
Öffentliche Beschaffung
Öffentliche Beschaffung nach Wirkung bedeutet, dass der Staat beim Einkauf nicht nur Preis und Eignung prüft, sondern die Netto-Wirkung von Produkten, Dienstleistungen und Lieferketten berücksichtigt.
Auf einen Blick
- Öffentliche Beschaffung nach Wirkung bedeutet, dass der Staat beim Einkauf nicht nur Preis und Eignung prüft, sondern die Netto-Wirkung von Produkten, Dienstleistungen und Lieferketten berücksichtigt.
- Der Begriff gehört zum Bereich Staat, Beschaffung & Markttransformation und dient der präzisen Wirkungsprüfung.
- Wirkungsökonomisch fragt „Öffentliche Beschaffung“ nach Zustandsveränderung, Bilanzgrenze, Datenqualität und Rückkopplung.
- Er darf nicht als isoliertes Etikett genutzt werden, sondern braucht Bezug zu Mensch, Planet und Demokratie. Er ist besonders anschlussfähig an Wirkungshaushalt, Wirkungsprüfung, Wirkungsbudget.
Definition
Was bedeutet der Begriff?
Öffentliche Beschaffung wird in der Wirkungsökonomie als Hebel verstanden, mit dem öffentliche Nachfrage Produkte, Dienstleistungen, Lieferketten, Standards und Markttransformation beeinflusst.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
Sie verbindet Wirkungshaushalt, Wirkungsprüfung, Produktscorecards, Digitale Produktpässe und Wirkungssteuer zu öffentlicher Kaufkraft nach Wirkung.
Verwendung
Verwendung
Nicht auf den niedrigsten Anschaffungspreis reduzieren. Wirkungskriterien müssen transparent, diskriminierungsfrei, verhältnismäßig, prüfbar und rechtsschutzfähig sein.
Abgrenzung
Abgrenzung
- Grüne Beschaffung: kann ökologisch fokussiert sein; WÖk-Beschaffung umfasst Mensch, Planet und Demokratie.
- soziale Beschaffung: wichtiger Teilbereich; WÖk verbindet soziale, ökologische, gesundheitliche und demokratische Wirkung.
- niedrigster Preis: kann hohe Folgekosten verdecken.
- Lebenszykluskostenrechnung: verwandt, aber WÖk-Beschaffung geht über monetäre Kosten hinaus.
- Labelpflicht: Labels können helfen, ersetzen aber keine Scorecard, Datenqualität oder Prüfung.
- Förderung: Beschaffung ist Nachfrage; Förderung ist Mittelgewährung.
- Wirkungssteuer: Steuern verändern Preissignale; Beschaffung nutzt öffentliche Kaufkraft.
- PR-Beschaffung: Wirkung muss nachweisbar sein, nicht nur behauptet werden.
Vertiefung
Vertiefte Begriffsstruktur
Kurzdefinition / Hover
Öffentliche Beschaffung nach Wirkung bedeutet, dass der Staat beim Einkauf nicht nur Preis und Eignung prüft, sondern die Netto-Wirkung von Produkten, Dienstleistungen und Lieferketten berücksichtigt.
Auf einen Blick
- einer der stärksten Hebel staatlicher Wirkungslenkung - jeder Auftrag stärkt bestimmte Märkte, Lieferketten und Technologien - bewertet Lebenszykluswirkung, Produktdaten, Lieferketten, FinalScore, Datenqualität und Wirkungsgrenzen - niedrigster Anschaffungspreis ist nicht automatisch der wirtschaftlichste Preis - schützt vor Greenwashing und scheinbar billigen, aber schädlichen Angeboten - verbindet Wirkungshaushalt, Produktscorecards, Digitalen Produktpass und Wirkungsprüfung - muss transparent, diskriminierungsfrei, verhältnismäßig und prüfbar sein
Hauptdefinition
Öffentliche Beschaffung bezeichnet den Einkauf von Waren, Dienstleistungen, Bauleistungen, Infrastruktur, Energie, IT, Mobilität, Lebensmitteln, medizinischen Produkten oder Beratung durch staatliche Stellen. In der WÖk entscheidet der Staat mit seiner Nachfrage, welche Geschäftsmodelle, Produkte, Lieferketten und Standards gestärkt werden. Bewertet wird daher nicht nur der Anschaffungspreis, sondern die Wirkung entlang des Lebenszyklus: Klima, Ressourcen, Energie, Wasser, Arbeit, Gesundheit, Sicherheit, Datenschutz, Reparierbarkeit, Kreislauffähigkeit, Lieferkettenintegrität, Teilhabe, demokratische Transparenz und Folgekosten.
Wirkungsökonomische Relevanz
Der Staat ist ein großer Nachfrager. Schulen, Krankenhäuser, Verwaltungen, Kommunen, Infrastruktur, Pflege, IT und Energieversorgung erzeugen erhebliche Marktsignale. Wirkungsblinde Beschaffung stabilisiert billige Produkte mit schlechten Lieferketten, fossil abhängige Infrastruktur, toxische Materialien oder datenunsichere Plattformen. Beschaffung nach Wirkung macht bessere Produkte wettbewerbsfähiger, verbessert Datenqualität, nutzt DPP- und Scorecard-Strukturen, senkt Greenwashing-Risiken und erhöht positive Netto-Wirkung öffentlicher Mittel.
Wirkungsökonomische Sicht & Einordnung
Die klassische Beschaffung fragt nach formaler Eignung, Wirtschaftlichkeit, Preis und Mindestanforderungen. Die WÖk ergänzt Netto-Wirkung, Lebenszykluskosten, Lieferkettenwirkung, rote Linien, Datenqualität, Reparierbarkeit, Kreislauffähigkeit, Resilienz, soziale Tragfähigkeit und Markttransformation. Beschaffung nach Wirkung ist keine willkürliche Bevorzugung. Sie braucht objektive Kriterien, transparente Gewichtung, Nachweise, Datenqualität, Einspruchs- und Korrekturprozesse sowie verhältnismäßige Anforderungen, die KMU nicht durch überzogene Nachweise verdrängen.
Abgrenzung: Nicht verwechseln mit
- Grüne Beschaffung: kann ökologisch fokussiert sein; WÖk-Beschaffung umfasst Mensch, Planet und Demokratie. - soziale Beschaffung: wichtiger Teilbereich; WÖk verbindet soziale, ökologische, gesundheitliche und demokratische Wirkung. - niedrigster Preis: kann hohe Folgekosten verdecken. - Lebenszykluskostenrechnung: verwandt, aber WÖk-Beschaffung geht über monetäre Kosten hinaus. - Labelpflicht: Labels können helfen, ersetzen aber keine Scorecard, Datenqualität oder Prüfung. - Förderung: Beschaffung ist Nachfrage; Förderung ist Mittelgewährung. - Wirkungssteuer: Steuern verändern Preissignale; Beschaffung nutzt öffentliche Kaufkraft. - PR-Beschaffung: Wirkung muss nachweisbar sein, nicht nur behauptet werden.
Beispiele
- Eine Kommune beschafft Schulessen nach Gesundheit, Regionalität, Wasser, Klima, Arbeitsbedingungen, Verpackung und Lebensmittelverschwendung. - Ein Krankenhaus kauft Textilien nach Lieferkettenwirkung, Chemikaliensicherheit, Haltbarkeit, Waschzyklen und Arbeitsrechten. - Eine Verwaltung beschafft IT nach Energieeffizienz, Datenschutz, Barrierefreiheit, Cyberresilienz, Interoperabilität und Anbieterabhängigkeit. - Ein Bauprojekt wird nach Materialien, Energie, Gesundheit, Flächenverbrauch, Reparierbarkeit und Quartierswirkung bewertet. - Ein Fuhrpark wird nach Emissionen, Rohstoffen, Reparierbarkeit, Ladeinfrastruktur, Sicherheit und Kreislauffähigkeit bewertet.
Mess- und Steuerungsbezug
Beschaffung nach Wirkung braucht Bedarfsprüfung, Wirkungsprüfung vor Ausschreibung, Wirkungsanforderungen im Leistungsverzeichnis, Mindestanforderungen und Wirkungsgrenzen, Bewertungskriterien mit Gewichtung, DPP-/Produktdatenbezug, WÖk-ID-Mapping, Scorecards, Datenqualitätsanforderungen, Nachweis- und Auditpflichten, Lebenszykluskosten, Lieferkettenwirkung, Monitoring nach Zuschlag, Vertragsklauseln für Korrektur, Transparenzbericht und Widerspruchsprozess. Fehlende Daten dürfen keine positive Wirkung simulieren.
Querverweise im Glossar
Wirkungshaushalt, wirkungspruefung, wirkungsbudget, wirkungstransparenzbericht, Produktwirkung, Produktscorecard, Produktdaten, Digitaler Produktpass, WÖk-ID, FinalScore, Datenqualität, Wirkungsregister, Wirkungsaudit, Wirkungsassurance, Reverse Merit Order, Wirkungsgrenze, Ehrliche Preise, Wirkungssteuer, Responsible Marketing, Greenwashing, markttransformation, lieferkettenwirkung, T-SROI, NWI
Quellenbasis
Externe Quellen: - European Commission Public Procurement - European Commission Green Public Procurement - Directive 2014/24/EU on public procurement - OECD Recommendation on Public Procurement - UN SDGs / Agenda 2030 - CSRD / ESRS - GRI Standards - EU Taxonomy - Digital Product Passport / ESPR
Verknüpfungen
Verwandte Begriffe
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