Unterbereich
Arbeit, Einkommen und Wirkung
Arbeit ist nicht automatisch Wirkung. Einkommen beweist nicht automatisch Leistung.
Online-Volltext
Arbeitsdossier mit Modelllogik, Annahmen, Quellen, Querverlinkungen und Umsetzungspfaden.
Zitierfähig
Diese Fassung ist vollständig online lesbar. Abschnittsanker können direkt zitiert werden; die Word-Datei bleibt Export- und Archivfassung.
Arbeit & Einkommen
WIRKUNGSÖKONOMIE #
Dossier Arbeit & Einkommen / Automatisierung #
Wirkung statt Kapital. Für Mensch, Planet und Demokratie. #
Autorin #
Natalie Weber #
Referenz #
Wirkungsökonomie #
Stand #
Mai 2026
Version #
v0.1 #
Status #
Dossier / Diskussionsfassung #
Öffentlichkeit #
Hinweis: Dieses Dokument beschreibt ein wirkungsökonomisches Konzept. Es ist keine Rechts-, Steuer-, Anlage- oder Sozialberatung. Rechenmodelle sind als Arbeitsannahmen gekennzeichnet. #
Dieses Dossier übersetzt das Konzept Arbeit & Einkommen / Automatisierung in praktische Anwendungslogik. Es beschreibt Datenquellen, Beispielrechnungen, Wirkungsindikatoren, Tools und Übergangsmodelle. Alle Zahlenbeispiele sind modellhafte Arbeitsannahmen und ersetzen keine amtlichen Berechnungen. #
Dossier-Regel #
Jede Beispielrechnung unterscheidet zwischen echten Datenquellen, plausiblen Annahmen und politisch festzulegenden Parametern. Wirkung wird nicht personenbezogen gescored; bewertet werden Tätigkeitsfelder, Organisationen, Projekte, Maschinenwertschöpfung, Fondsflüsse und Systemwirkungen. #
Datenbereich #
Mögliche Quellen #
Verwendung #
Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung #
Destatis, Bundesagentur für Arbeit #
Ausgangsbasis für Lohnsummen, Beschäftigungsstruktur und Beitragsabhängigkeit. #
Automatisierungspotenzial #
IAB Job-Futuromat, IAB-Szenarien, OECD, ILO #
Berufs- und Tätigkeitsrisiken; nicht als deterministische Jobverlustprognose. #
Unternehmensdaten #
CSRD/ESRS, Jahresabschluss, Personal- und Investitionsdaten #
Brücke zu Rang 4 Unternehmen und Impact Controlling. #
Maschinen-/Softwareinvestitionen #
Anlagenbuchhaltung, IT-Investitionen, Robotik-/KI-Ausgaben #
Indikator für Maschinenleistung und Produktivitätsgewinn. #
Produkt- und Lieferkettenwirkung #
WÖk-IDs, Scorecards, WUStG-Leitlinien, digitale Produktpässe #
Verknüpfung mit Produktwirkung und Fondsflüssen. #
Sozial- und Gemeinwesenwirkung #
Kommunale Daten, Bildungs-, Pflege-, Gesundheits- und Ehrenamtsdaten #
Grundlage für Wirkungsboni und kommunale Wirkungsfonds. #
Modellannahme: Ein Unternehmen ersetzt 100 Vollzeitstellen mit durchschnittlichen Bruttoarbeitskosten von 60.000 EUR p.a. durch automatisierte Systeme. Davon waren 45.000 EUR Bruttolohn und 15.000 EUR Arbeitgeberanteile/sonstige Lohnnebenkosten. Die Wertschöpfung bleibt gleich oder steigt. #
Position #
Rechnung #
Modellwert #
wegfallende Lohnsumme #
100 x 45.000 EUR #
4.500.000 EUR #
wegfallender Arbeitgeber-Sozialbeitragsanteil #
100 x 15.000 EUR #
1.500.000 EUR #
Produktivitätsgewinn durch Automatisierung #
angenommen +20 % auf Outputmarge #
1.200.000 EUR #
klassische Systemwirkung #
Beitragsbasis sinkt, Kapitalrendite steigt #
negative Finanzierungsrückkopplung #
WÖk-Rückkopplung #
Maschinenwertschöpfungsbeitrag + Wirkungsfondsanteil #
politisch festzulegen #
Wirkungsökonomisch wäre nicht der Roboter selbst steuerpflichtig, sondern die aus Automatisierung resultierende Wertschöpfungsverschiebung. Je höher die positive Netto-Wirkung des Unternehmens - Weiterbildung, Arbeitszeitverkürzung, faire Verteilung, niedrigere Produktpreise, ökologische Verbesserung -, desto niedriger der Malus und desto höher der Zugang zu Transformationsboni. #
Arbeitsformel v0.1 #
MWB = (Automatisierte Wertschöpfung x Rückkopplungsquote) x Wirkungsfaktor. Der Wirkungsfaktor reduziert Beiträge bei positiver Netto-Wirkung und erhöht sie bei sozialer, ökologischer oder demokratischer Negativwirkung. Die Formel ist eine Diskussionsgrundlage, kein Rechtsvorschlag. #
Parameter #
Beschreibung #
Datenquelle #
Automatisierte Wertschöpfung #
Anteil der Wertschöpfung, der durch KI, Robotik, Software oder autonome Systeme entsteht. #
Controlling, Anlagenbuchhaltung, Prozessdaten #
Rückkopplungsquote #
Politisch festgelegter Anteil, der in Wirkungsfonds fließt. #
Gesetz / Pilotmodell #
Wirkungsfaktor #
Score von -3 bis +3 oder normierte 0-1-Skala aus Unternehmens-, Arbeits- und Gemeinwesenwirkung. #
Scorecard / WÖk-IDs #
KMU-Schutzfaktor #
Schutz vor Überlastung kleiner Unternehmen, Übergangsfristen, Bagatellgrenzen. #
Gesetz / Förderlogik #
Transformationsbonus #
Gutschrift für Weiterbildung, Arbeitsplatzqualität, Arbeitszeitverkürzung, neue Tätigkeiten. #
Nachweis / Assurance #
Baustein #
Beispielhafte Funktion #
Bemessung #
Grunddividende #
Stabilisiert Existenz und Nachfrage. #
Pro Kopf aus Wirkungsfonds; Höhe politisch festzulegen. #
Markteinkommen #
Lohn, Honorar, Unternehmenseinkommen, Rendite. #
Bleibt erhalten, aber Wirkungskontext wird steuerlich relevant. #
Wirkungsbonus #
Care, Bildung, Prävention, Engagement, Innovation. #
Projekt-/Tätigkeitsnachweis oder institutionelle Wirkungsräume. #
Transformationsbonus #
Weiterbildung, Umschulung, Arbeitszeitverkürzung. #
Individuell oder kollektiv, nicht als Zwangssystem. #
Wirkungsmalus #
destruktive Einkommen oder Kapitalflüsse. #
Über WEstG, WKStG, WUStG, Vermögens-/Kapitalwirkung. #
Szenario #
Beschreibung #
WÖk-Einordnung #
A: Entlastende Automatisierung #
Gefährliche, monotone oder gesundheitsschädliche Arbeit wird ersetzt. #
positiv, wenn Menschen abgesichert, weitergebildet und Produktivitätsgewinne geteilt werden. #
B: Verdrängende Automatisierung #
Menschen werden ersetzt, Kosten sinken, Eigentümer:innen profitieren. #
kritisch, wenn Beitragsbasis und Teilhabe sinken. #
C: Transformative Automatisierung #
Produktqualität, Ressourcenverbrauch und Arbeitsbedingungen verbessern sich. #
positiv, wenn Rückkopplung nachweisbar ist. #
D: Extraktive Plattformautomatisierung #
Daten, Aufmerksamkeit und Arbeit werden ausgebeutet; Gewinne konzentrieren sich. #
negativ, wenn Demokratie, Arbeitsrechte und soziale Sicherung geschwächt werden. #
Der Rechner ist als Modell-Demo angelegt. Er berechnet keine echte Steuerpflicht, sondern zeigt den Systembruch der alten Abgabenlogik und die mögliche Wirkungsrückkopplung. #
Input #
Output #
Anzahl ersetzter FTE, Lohnsumme, Sozialabgabenanteil #
klassische Beitragslücke #
Automatisierte Wertschöpfung, Produktivitätsgewinn #
potenzieller Automatisierungsüberschuss #
Wirkungs-Score des Unternehmens #
Wirkungsfaktor für Beitrag oder Bonus #
Weiterbildungs- und Teilhabequote #
Transformationsbonus #
Kommune/Region/Sektor #
regionale Wirkung und Fondsbedarf #
Option #
Wirkung #
Politischer Spielraum #
Pilotfonds Automatisierungsdividende #
kleiner Einstieg ohne Systembruch #
freiwillig, branchenbezogen, kommunal oder national #
teilweise Sozialabgaben-Entkopplung #
menschliche Arbeit wird entlastet #
Stufenmodell, zuerst Arbeitgeberanteil oder neue Abgabenbasis #
WEstG-Testmodell #
Einkommen nach Wirkungskontext differenzieren #
Steuerbonus/-malus oder Gutschrift #
Transformationskonten #
Weiterbildung und Übergänge finanzieren #
individuell, betrieblich oder kommunal #
Wirkungsdividende #
Grundsicherung ohne Arbeitszwang #
Höhe, Zugang und Finanzierung politisch offen #
Interne WÖk-Dokumente #
Natalie Weber: Wenn Maschinen arbeiten. Warum wir ein neues System brauchen, 2025. #
Natalie Weber: Die neue Ordnung des Wohlstands, 2026, insbesondere Kapitel 15, 56, 57 und die Teile zu Wirkungseinkommen, Wirkungsfonds und Wirkungslenkung. #
Natalie Weber: Arbeitspapier Wirkungseinkommensteuer (WEstG), 2025. #
Natalie Weber: Working-Paper Rentensystem / Wirkungsrente, 2025. #
Natalie Weber: Systemmodell der Wirkungsökonomie, 2025. #
Natalie Weber: WStG Oktober 2025 und Technische Leitlinien WUStG, 2025. #
Natalie Weber: Führender Begriffsleitfaden der Wirkungsökonomie, 2026. #
Externe Referenzen #
OECD: AI and work / Future of work, laufende Themenseiten und Analysen. #
ILO: Generative AI and Jobs, Working Paper 96 (2023) und Refined Global Index of Occupational Exposure (2025). #
Europäische Kommission: AI Act, Inkrafttreten 1. August 2024 und Anwendung nach Zeitplan mit Ausnahmen. #
EU: Platform Work Directive (EU) 2024/2831; algorithmisches Management, Transparenz und menschliche Aufsicht. #
Destatis: Arbeitsmarkt, Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Deutschland. #
IAB: Job-Futuromat und Szenarioanalysen zu KI, Digitalisierung und Substituierbarkeitspotenzialen. #
Bundesagentur für Arbeit / BERUFENET: Digitalisierung und Ersetzbarkeit von Tätigkeiten. #
Vertiefungen
Unterbereich
Arbeit ist nicht automatisch Wirkung. Einkommen beweist nicht automatisch Leistung.
Unterbereich
Maschinenleistung erzeugt Produktivität, muss aber gesellschaftlich rückgekoppelt werden.
Unterbereich
Menschliche Arbeit wird entlastet; automatisierte Wertschöpfung beteiligt sich an sozialer Stabilität.
Unterbereich
Wirkungseinkommen verbindet Grunddividende, Markteinkommen, Wirkungsbonus und Transformationsschutz.
Unterbereich
Einkommen wird nicht nur nach Höhe, sondern nach Entstehungskontext und Wirkung betrachtet.
Unterbereich
Automatisierungsüberschüsse und negative Wirkung fließen in Fonds, aus denen Sicherheit, Weiterbildung, Care und positive Wirkleistung finanziert werden.
Unterbereich
Unbezahlte oder unterbezahlte Wirkleistungen werden sichtbar, ohne Personen-Scoring.
Unterbereich
Automatisierung wird Teil der Unternehmenswirkung: Weiterbildung, Verteilung, Arbeitszeit, Produktqualität und Resilienz werden mitbewertet.
Unterbereich
Qualifizierung, Tätigkeitswandel und Resilienz werden als Transformationsaufgabe statt als individuelles Scheitern gelesen.
Unterbereich
Arbeit, Einkommen und Automatisierung bleiben demokratisch gestaltbar: marktbasiert, sozialstaatlich, fondsorientiert, kommunal, gewerkschaftlich oder bürgerzentriert.
Kontext-Werkzeuge
Demo
Zeigt Beitragslücken, Maschinenwertschöpfungsbeitrag, Transformationsbonus und Wirkungseinkommensmodell.
Steuerkonzept
Ordnet Einkommen nach Höhe, Entstehungskontext, Wirkung und Schutzgrenzen ein.
Finanzierungsarchitektur
Bündelt Mittel aus Automatisierung, Kapitalwirkung und Wirkungssteuern für soziale Stabilität und Transformation.
Rückkopplungsbeitrag
Beteiligt automatisierte Wertschöpfung an sozialer Sicherung, ohne Innovation pauschal zu bestrafen.
Verteilungslogik
Führt Produktivitätsgewinne teilweise in Weiterbildung, Sicherheit, Wirkungsfonds und gesellschaftliche Resilienz zurück.
Impact Controlling
Bewertet Transformationsinvestitionen in Qualifizierung, Care, Weiterbildung und Arbeitszeitmodelle.
Kennzahl
Ordnet positive, negative und neutrale Arbeits- und Automatisierungswirkung ein.
Datenarchitektur
Verbinden SDGs, SDG+, Arbeitsmarktdaten, Automatisierungsrisiken und Wirkungsindikatoren.
Bewertungsraster
Übersetzen Arbeit, Maschinenleistung, Care, Weiterbildung und Schutzgrenzen in nachvollziehbare Bewertung.
Schutzlogik
Verhindert, dass Verdrängung, Ausbeutung oder Grundrechtsverletzungen durch Effizienzgewinne schöngerechnet werden.
Vernetzung
Rang 3
WStG, WEstG, Wirkungshaushalt und Wirkungsrat als Rechts- und Institutionenrahmen.
Rang 4
Automatisierung, Mitbestimmung, Finanzmarktanforderungen und Unternehmenswirkung.
Rang 7
Wirkungsrente, Lebensleistung und soziale Sicherung jenseits reiner Beitragsbiografie.
Rang 12
Wirkungsfonds, Kapitalwirkung, Automatisierungsdividende und Finanzierbarkeit.
Demokratische Umsetzung
Die folgenden politischen Anforderungen beschreiben keinen fertigen Parteibeschluss. Sie markieren den notwendigen Rahmen, damit Arbeit, Einkommen und Automatisierung demokratisch, rechtsstaatlich und praktisch umgesetzt werden können.
| Aufgabe der Politik | Sozial- und Steuerbasis über menschliche Erwerbsarbeit hinaus erweitern und Automatisierungsgewinne rückkoppeln. |
|---|---|
| Politische Rahmenbedingungen | WStG, WEstG, Maschinenwertschöpfungsbeitrag, Wirkungsfonds, Datenschutz, Mitbestimmung, Weiterbildung und Rechtsschutz schaffen. |
| Ausgestaltungsspielraum | Unterschiedliche demokratische Wege bleiben möglich: marktbasiert, sozialstaatlich, kommunal, fondsorientiert, unternehmensbezogen, gewerkschaftlich oder bürgerzentriert. |
| Zielkonflikte | Innovation, Sozialbeitrag, Datenschutz, Bürokratie, Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigungsschutz und Produktivitätsgewinne müssen offen abgewogen werden. |
| Rollenverteilung | EU, Bund, Länder, Kommunen, Unternehmen, Gewerkschaften, Sozialversicherung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft tragen je eigene Verantwortung. |
| Übergang und Schutz | Pilotmodelle, Härtefallregeln, Transformationskonten, KMU-Schutz, Schutz vor Personen-Scoring und klare Rechtswege sichern den Übergang. |
| Evaluation und Korrektur | Wirkungsberichte, Beitragslückenmonitoring, Automatisierungsmonitor, öffentliche Konsultation und Wirkungsrat halten das System lernfähig. |
| Schutz vor Technokratie | Wirkungsdaten bereiten Entscheidungen vor, ersetzen sie aber nicht. Normative Entscheidungen bleiben demokratisch legitimiert. |
Referenzrahmen
SDG+ ist keine offizielle UN-Kategorie, sondern eine transparente Erweiterung der Wirkungsökonomie für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, digitale Selbstbestimmung, institutionelles Vertrauen und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Alle SDGs und SDG+ im Referenzrahmen ansehenOnline-Buch
Quellen
Modellwerte sind Arbeitsannahmen und keine amtliche Steuer-, Rechts- oder Sozialberatung. Externe Quellen öffnen in einem neuen Tab.
Dossier & Export
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